Hauptsache Popcorn Film-Tipp
Originaltitel: Les Enfants Du Paradis
Produktion: Frankreich
Genre: Liebesfilm, Drama
Regie: Marcel Carné
Darsteller: Arletty, Jean-Louis Barrault, Pierre Brasseur, Marcel Herrand, Pierre Renoir, Maria Casarès, Louis Salou, Fabien Loris, Étienne Decroux, Gaston Modot u.a.
Handlung: Paris 1827: Die schöne Garance wird von vier Männern zugleich umworben – dem Gauner Lacenaire, dem Pantomimen Debureau, dem Schauspieler Frederic und dem Adeligen de Monteray. Jeder der vier hat seine eigene Vorstellung von der Liebe. Doch Garance enttäuscht sie alle und verschwindet eines Tages aus der Stadt. Als sie Jahre später zurückkehrt, entflammen die Gefühle erneut. Alte Wunden brechen wieder auf und reißen alle Beteiligten in einen Strudel aus Eifersucht und Melancholie.
Länge: 190 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 Jahre
Dokumentation
Öffentliche Wertung
Georges Sadoul: „Das Meisterwerk unter den Filmen, die, obgleich sie ästhetischen Vorurteilen gehorchten, dennoch von Dauer sind, war ‚Kinder des Olymp‘ von Marcel Carné (1943–45). Die romantische Handlung bezieht sich auf die Zeit der Geheimnisse von Paris. Die Liebschaften des Pantomimen Debureau (Jean-Louis Barrault) und einer wie von Balzac geschaffenen Kurtisane (Arletty), die Verzweiflung einer treuen Gattin (Maria Casarès), die Bohème eines berühmten Schauspielers (Pierre Brasseur), der Anarchismus eines intellektuellen Mörders (Marcel Herrand), die populären Theater, der Boulevard du Crime, die türkischen Bäder, die Kaschemmen sind Elemente einer prächtigen Unterhaltung, deren Vollkommenheit fast unvergleichlich ist. Den Hintergrund bildet ein großer Diskurs über Kunst und Wirklichkeit, gestützt durch das Nebeneinander der verschiedenen Formen der Schaustellerei: Melodram, Tragödie, Pantomime, Kino – und das Leben selbst. Dieses Werk verdiente den großen internationalen Erfolg auf Grund seiner Noblesse, seiner Balance, seiner Qualität und seines Raffinements.“
Ulrich Gregor, Enno Patalas in Geschichte des Films: „Alles zeugt in diesem Film von Geschmack, Intelligenz und musikalischem Formgefühl; und doch kann man sich des Gefühls nicht erwehren, daß ‚Les enfants du paradis‘ seiner literarischen Konzeption nach eigentlich ins 19. Jahrhundert gehört. Der sublimierte Traditionalismus dieses Films ist namentlich in deutschen Filmclubs oft als Offenbarung zukünftiger Filmkunst mißverstanden worden – wobei allerdings eine geheime Vorliebe für ‚Zeitlosigkeit‘ mitspielen mag.“
Reclams Filmführer: „Eines der reifsten, schönsten Werke der französischen Filmkunst.“
Lexikon des internationalen Films: „Lieben und Schicksale, scheiternde Hoffnungen und Enttäuschungen verweben sich in der kunstvollen Arbeit Carnés und Préverts zu einem gleichnishaften Gesamtbild vom Leben als Theater und vom Theater als Lebensbühne. Ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das durch Dialogreichtum und -qualität, darstellerische Glanzleistungen und poetische Grundhaltung besticht.“
Günter Giesenfeld in Reclam Filmklassiker: Die Figuren erscheinen „als Repräsentanten theatralischer Attitüden: der sentimentale Clown, der grobschlächtige Schmierenkomödiant, der tragische Held und – in der Gestalt des Lacenaire – der verhinderte Autor, der sein eigenes Leben wie ein Theaterstück inszeniert. Beide Stilisierungen, die melodramatisch-romantische und die poetologisch-rationale, sind letztlich unvereinbar. Vielleicht ist es dieser Widerspruch, der die – mit dem zeitlichen Abstand deutlicher hervortretenden – ästhetischen Defizite des Films bewirkt: den Widerspruch etwa zwischen inszenatorischer Prachtentfaltung und verbaler Statik in vielen Szenen, die überwiegend illustrative Verwendung des Bildes.“
Evangelischer Filmbeobachter: „Die philosophisch vertiefte Liebesgeschichte aus dem Milieu der Pariser Komödianten um die Mitte des 19. Jahrhunderts und die großartige Schauspielkunst eines Jean Louis Barrault und Pierre Brasseur machen diesen Film zu einem der reifsten und schönsten Werke der französischen Filmkunst.“ (Kritik Nr. 94/1949)
Quelle: Wikipedia